Wolkenkratzer-Pläne am Alex stehen auf der Kippe

Wolkenkratzer-Pläne am Alex stehen auf der Kippe

Berlin wächst, es fehlen Wohnungen. Immer mehr Investoren planen Hochhäuser, doch das will der Berliner Senat verhindern.

Die rot-rot-grüne Landesregierung will den Bau von Hochhäusern in der Stadt begrenzen und klare Regeln für die Genehmigung aufstellen. SPD, Linke und Grüne fordern von Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) einen Hochhausplan für die Stadt, der die Kriterien für die Genehmigung von Hochhäusern vorgibt. „Ein nur durch die ökonomische Nachfrage geprägter städtebaulicher oder architektonischer Wildwuchs von Hochhäusern in der Stadt muss vermieden werden“, heißt es zur Begründung in dem Antrag.

Derzeit gibt es zahlreiche Pläne für den Bau von Hochhäusern in der Stadt. Im vergangenen Jahr wurden sechs Wohnhochhäuser fertiggestellt, 19 weitere sind in Planung, konkret sind unter anderem zwei Hochhausvorhaben am Alexanderplatz. Das US-Unternehmen Hines will neben dem Saturn auf dem Alexanderplatz bauen. Die russische MonArch-Gruppe hat sich das Baugrundstück direkt am Einkaufszentrum Alexa gesichert und will an der Gruner- Ecke Alexanderstraße einen Wohnturm mit 475 Appartements verteilt auf 39 Stockwerke errichten.

Masterplan Alexanderplatz auf dem Prüfstein

Doch ob die Neubauten nun auch tatsächlich entstehen, ist fraglich. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat angekündigt, die Hochhauspläne am Alexanderplatz noch einmal prüfen zu wollen. Sie steht den Plänen skeptisch gegenüber. Unstrittig sei, dass neben dem Park-Inn-Hotel weitere Hochhäuser entstehen, sie sollten aber die Höhe des Hotels nicht überragen, um die Wirkung des Fernsehturms nicht einzuschränken. Andere Standorte stellt die Senatorin ganz in Frage.

Dabei könnte die Erstellung eines Leitbildes helfen. „Die Frage lautet, wo sollen und können in Berlin Hochhäuser entstehen – und wo nicht“, sagt der Bauexperte der SPD, Daniel Buchholz. Das soll für die Stadt „so verbindlich wie möglich“ geklärt werden. Denkbar ist demnach, für bestimmte Gebiete den Bau von Hochhäusern auszuschließen, zum Beispiel da, wo sie den Charakter eines Stadtbildes deutlich verändern würden. Buchholz kann sich vorstellen, dass neben der City Ost und der City West auch markante Orte am S-Bahnring als geeignete Orte in Frage kommen. Die Hochhäuser könnten die Funktion von „Eingangstoren in die Innenstadt“ übernehmen. Der Neubau des Estrel in Neukölln sei dafür ein Beispiel. An der Sonnenallee entsteht derzeit ein 175-Meter-hoher Anbau des Hotels. Aber auch bestimmte Anforderungen an die Bauherren könnten künftig im Hochhausleitbild nach den Plänen der Koalition definiert werden. Genehmigungen könnten nur erfolgen, wenn der Bauherr eine mindestens 80-prozentige Nutzung nachweisen kann und sichergestellt sei, dass die Erdgeschosse und die obersten Etagen öffentlich zugänglich sind. „Wichtig ist, dass durch die genehmigten Hochhäuser ein Mehrwert für die Stadt gesichert wird“, sagt Buchholz.

München und Frankfurt haben einen Hochhausplan

Auch die Koalitionspartner Linke und Grüne fordern ein Regelwerk für künftige Hochhausprojekte. „Berlin hat bislang vom Wildwuchs gelebt“, sagt die Fraktionschefin der Grünen, Antje Kapek, die eine der Initiatoren des Hochhausplans ist. „Es ist nötig und sinnvoll zu überlegen, wie die Stadtsilhouette aussehen soll.“ München und Frankfurt hätten bereits ein entsprechendes Konzept erstellt, andere Metropolen, wie Paris und London, machen sich darüber Gedanken, wie die Skyline angesichts des gegenwärtigen Hochhausbooms ihrer Stadt in Zukunft aussehen soll.

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